780 In den Reichenauer Nekrologien (Totenverzeichnisse) wird am Beginn der Namensliste des Klosters Bliedenfeld (später auch Blidenfeld genannt) der Bischof Fleido genannt.
817 Ludwig der Fromme, Sohn Karls des Großen, reiht das Kloster Bliedenfeld unter jene ein, die keine Abgaben zu leisten haben, sondern nur zum Wohle des Königs, des Reiches und seiner Söhne beten sollen.
840 Das Kloster Bliedenfeld wird durch einen Brand zerstört. Einschließlich der Gründungsurkunde und aller sonstigen Unterlagen.
849 6. Juni. Urkunde von Ludwig dem Deutschen über den Brand des Klosters Bliedenfeld, Ersatz aller verloren gegangenen Urkunden und Bestätigung der bisherigen Rechte. Urkunde vom König und späteren Kaiser Heinrich IV, erstmals König Dagobert,der als Gründer des Klosters Bliedenfeld genannt wird. Wenn eine Urkunde neu erstellt
wurde, sind sehr oft die Daten verändert worden, zum Vorteil der jeweils Herrschenden.
1136 Urkunde des Erzbischofs Adalbert von Mainz, in der Gleiszellen-Gleishorbach zum erstenmal urkundlich erwähnt ist, unter dem Namen Gliczencella. Die Urkunde dokumentiert, dass der Erzbischof das Patronatsrecht hat, da das Kloster in seinem Erzbistum liegt und dem Abt Konrad I. sowie dessen Nachfolgern den weiteren Besitz der Kirchen von Gleiszellen und Pleisweiler sowie den dazugehörigen Zehnten der Einrichtung
und des sonstigen Zubehörs gewährt. (Also standen die Kirchen schon vor dem Jahre
1136)
1166 Erste Erwähnung der kleinen Kirche auf dem Berg (heute Hatzeiberg), die im romanischen Stil erbaut war. Möglicherweise war sie auch schon nach dem Hl. Dionysius (Denis) benannt.
1224 1. April. Papst Honorius III. nimmt das Kloster Klingenmünster unter den besonderen Schutz des heiligen Stuhles und bestätigt die Kirche zu Gleiszellen, die dem heiligen St. Dionysius (?) geweiht ist. Genaues Datum nicht bekannt. Zu Beginn des 13.Jahrhunderts besitzt der erste Leininger Graf Friedrich I. von Leiningen das Lehen auf
Gleiszellen-Gleishorbach. Er wird zum ersten Landvogt im Speyergau ernannt. Friedrich I. lebt auf der Burg Landeck, die er auch als Lehen besitzt und ist somit oberster Richter im Amt Landeck, in dem Gleiszellen liegt. Über den Bau der Burg ist nichts bekannt; man
nimmt an, dass Kaiser Barbarossa sie als Vorburg zur T rifels erbauen ließ.
1248 Die Gemahlin Emichs IV. von Leiningen erhält von ihrem Gemahl vorab als Wittum (Versorgungsleistung) – die Burg Landeck und Gleiszellen-Gleishorbach sowie 600 Mark Silber.
1289 Verstirbt Graf Emrich V.von Leiningen-Landeck. Die Burg und Gleiszellen-Gleishorbach fallen an das Reich.
1290 Otto III. von Ochsenstein, Landvogt im Elsaß, wird von König Rudolf dem I. von Habsburg als dessen Neffe mit dem Leiningen’schen Erbe belehnt.
1296 Der Ort erscheint in den Urkunden erstmalig unter dem Namen „Glizenzelle“.
1304 In einer Urkunde weist Otto IV. von Ochsenstein seiner Gemahlin Herzelaide ein Wittum (Vorsorgeleistung des Mannes für den Unterhalt seiner Frau, nach seinem Tod) auf die Hälfte der Burg Landeck sowie die Hälfte der Vogteirechte (der Zehnte) am Ort
Gleiszellen-Gleishorbach zu.Erste Erwähnung von „Horbach“, dem heutigen Gleishorbach in einer Urkunde.
Der Name wurde abgeleitet aus dem Begriff „am sumpfigen Bach“. Möglicherweise ist Horbach aber schon früher entstanden. Um Verwechslungen mit Niederhorbach und Horbach (bei Waldfischbach) zu vermeiden, wurde der Ort zunächst Oberhorbach genannt. Anfang des 19. Jahrhunderts taucht erstmals der Name „Gleishorbach“ auf.
Wann die Umbenennung genau stattgefunden hat, ist nicht bekannt.
1309 Der Ort erscheint in den Urkunden erstmalig als „Glißenzellen“. Erste Erwähnung eines Schultheißenamtes (Bürgermeister) besetzt durch einen Pfarrer aus Gossersweiler namens Anselm von Drachenfels.
1313 Festlegung der Haupt- und Bannweinrechte (das Recht, Wein anzubauen) durch den Abt von Klingenmünster. Dem Abt stand zweimal im Jahr zu, jeweils zum Fest des heiligen Michael und zum Fest der heiligen Kreuzauffindung, 15 Tage den allgemeinen Weinausschank zu verbieten und alleine auszuüben.
1345 Die Herren von Ochsenstein erhielten vom Abt Eberhard des Klosters, erneut die Hälfte der Burg Landeck und von Gleiszellen-Gleishorbach geliehen.
1369 Otto V. von Ochsenstein verpfändet dem Ritter Konrad Landschaden von Steinach und dessen Gattin Grede von Hirschen die Hälfte von Gleiszellen.
1391 Das Deutschordenshaus in Weißenburg wird Besitzer von Grundstücken in Gleiszellen-Gleishorbach. Urkunden besagen, dass das Dorfgericht im Hub- oder Fronhof des Anwesens Hoffmann, (der Fronhof war das wirtschaftliche und herrschaftliche
Zentrum) tagt und zu den Eigentümern des Klosters zählt.
1404 Urkunde vom 4. Juli. Friedrich von Ochsenstein, Sohn des Rudolf von Ochsenstein,verkaufte seine Hälfte von Gleiszellen – Gleishorbach an Bischof Raban von Helmstädt zu Speyer.
1411 Friedrich von Ochsenstein stirbt ohne leibliche Nachkommen. Sein Bruder Vollmar, Kanonikus in Straßburg, tritt aus dem geistlichen Stand aus, um den ochsensteinischen Stamm vor dem Aussterben zu bewahren. (!)
1426 Vollmar von Ochsenstein verstirbt. Er hinterlässt einen unmündigen Sohn Georg, dessen Vormund, sein Oheim Johannes IV. von Ochsenstein, Domprobst zu Straßburg wird.
1428 Johannes IV. leiht sich unter Abgabe des Pfandes von halb Gleiszellen-Gleishorbach und weiterer Güter von Bischof Raban eine Summe von 450 Goldgulden, um alte Schulden seines verstorbenen Bruders zu tilgen.
1430 22. Mai. Bischof Raban wird Erzbischof in Trier. Zur Geldschöpfung verpfändet er seine Hälfte an Gleiszellen-Gleishorbach und anderer Dörfer für 8300 Gulden an den Ritter Schwarz Reinhard von Sickingen.
1439 Bischof Reinhard, der Nachfolger von Raban, kauft die verpfändeten Güter zurück.
Die andere Hälfte von Gleiszellen-Gleishorbach wird noch von Georg II. von Ochsenstein verwaltet.
1453 Vermutliche Erbauung der Marienkapelle, in der heutigen Kirchgasse in Gleishorbach.
1470 zählt die Plebamia mit Frühmesserei in Glissenzell und Marienkaplanei in Gleishorbach zum Landkapital Herxheim.
1484 Kurfürst Phillip von der Pfalz vereinbarte in einem Vertrag mit dem Abt von Klingenmünster beim Aussterben des Geschlechts Ochsenstein den Übertrag der Lehen an ihn.
1485 Georg II. von Ochsenstein verstirbt. Sein Lehensbesitz, unter anderem die Hälfte von Gleiszellen-Gleishorbach, fällt an den Kurfürsten
Quelle: Festschrift 875 Jahre Gleiszellen-Gleishorbach
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